INTERVIEW MIT DONIS

Wir leben momentan in sehr beängstigenden Zeiten, besonders in Sachen des Umgangs miteinander. Ich hätte tatsächlich niemals vermutet, dass gerade Fremdenfeindlichkeit noch einmal eine solch übergeordnete Rolle innerhalb einer eigentlich aufgeklärten Gesellschaft spielen könnte. Dies ist eben auch bei Leibe kein deutsches oder europäisches Problem. Es ist ein globales. Wenn wir diesen Missstand nicht in den Griff bekommen, sieht unsere Zukunft schwärzer aus, als man den Tod jemals zeichnen könnte.

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INTERVIEW MIT PETRA HOHN

Nach dem Tod unseres Sohnes 1998 schloss ich mich dem Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. (VEID e.V.) an. Mit Erschrecken stellte ich fest, dass der Tod eines Kindes keinen Platz in unserer Gesellschaft hatte. Die Eltern und Familien standen vollkommen allein und verlassen vor den Scherben ihres Lebens. Das zu ändern und die Angebote zu verbessern, wurde meine Lebensaufgabe. Seit 2004 arbeitete ich im Vorstand des VEID e.V. mit und engagierte mich von 2006 bis 2017 als 1. Vorsitzende für die Hilfe von betroffenen Familien. In dieser Zeit konnte viel bewegt werden, durch ein großes Netzwerk wurde das Tabu gebrochen.

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INTERVIEW MIT RICK BARKAWITZ

Mit dem Tod beschäftige ich mich, weil er das Leben beschließt und damit den Sinn unseres Seins. Dabei ist es aus meiner Sicht vollkommen unwichtig, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen. Viel relevanter scheint mir, sich auf Trauer, Verlust und Leere vorzubereiten, wenn ein Mensch geht, der sehr wichtig für das eigene Leben ist. Und wem dabei „Endlichkeitskult(ur)” hilft, dem sei sie gegönnt!
Mit dem Sterben setze ich mich ganz pragmatisch auseinander. Wie sicherlich ein Großteil der Menschheit wünsche auch ich mir, dass es mal schnell gehen sollte, wenn es denn passiert. Gerne im Schlaf. Darüberhinaus sollte notwendigerweise jeder Vorsorge für den Ernstfall treffen; ich möchte sicher nicht die letzten Jahre meines Lebens als Pflegefall verbringen. Weil ich darin schlicht keinen Sinn erkennen kann.
Und sich mit dem LEBEN zu beschäftigen, ist quasi „Pflichtfach”. Das ist der Grund, weswegen wir existieren.

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INTERVIEW MIT JULIANE UHL

Unser Erbe ist das, was wir glauben, was war. Unsere Zukunft ist das, was wir glauben zu wollen.
Für ein besseres menschliches Miteinander wünsche ich mir, dass die Menschen selbst denken, miteinander diskutieren und sich auf die Suche nach Wahrheit machen. Und dann wünsche ich mir Respekt voreinander, im Sinne des kategorischen Imperativs von Kant.

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INTERVIEW MIT RABBINER ZSOLT BALLA

Als Seelsorger, es ist ein sehr wichtiger Teil meiner Arbeit. Ich begleite kranke Menschen und auch Familien nach der Beerdigung durch den Trauerprozess.

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INTERVIEW MIT DIRK ROTZSCH

„Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“ sagte Rosa Luxemburg und meinte es aber in einem anderen Kontext – als Formel und mit der Maßgabe den vermeintlich Anderen nicht nur aus einer überlegenen Position zu tolerieren, sondern auch zu respektieren, wäre der Schlüssel.

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INTERVIEW MIT HEDWIG PORTNER

Uns fehlt im Alltag ganz viel Wissen zum Thema Tod und Sterben. Erst in Akutsituation setzen sich die meisten Menschen damit auseinander. Jedoch ist es in der Ausnahmesituation schwieriger Informationen aufzunehmen und (wichtige) Entscheidungen bewusst zu treffen. In meiner beruflichen Laufbahn habe ich zu oft Menschen erlebt, die Entscheidungen in der Phase  des Sterbens und unmittelbar nach dem Tod eines geliebten Menschen getroffen haben, die schwer oder gar nicht rückgängig gemacht werden konnten. Vieles lässt sich über Patientenverfügungen, Bestattungsvorsorgeverträge und das Testament regeln.

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INTERVIEW MIT JENNIFER SONNTAG

Zum Scherz bezeichne ich mich gern als Patchworkdecke, zusammengenäht aus Fernsehmoderatorin, Buchautorin, Inklusionsbotschafterin und Sozialpädagogin. Als erblindete Frau ist es mir wichtig, in meinen Tätigkeitsfeldern das „Hinsehen“ nicht zu verlernen. Auch den schweren Themen wie Verlust, Trauer, Krankheit und Behinderung möchte ich etwas mehr Leichtigkeit verleihen, denn was uns lähmt ist oft die Angst vor dem vermeintlich Unbewältigbaren, weil wir nicht wissen, wie wir gravierende Lebenseinschnitte verarbeiten können. Wir stehen, symbolisch gesprochen, im Dunkeln. Ich möchte mit meiner Arbeit diese Angst vor der Dunkelheit nehmen und dabei helfen, unbesprochene Räume zu beleuchten.

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INTERVIEW MIT FRANK PASIC

Ich bin seit 2003 Geschäftsführer eines Krematoriums. Das ist keine Tätigkeit, die ich mir freiwillig ausgesucht hätte, ich wollte mit der Bestattungsbranche nichts zu tun haben. Obwohl ich mit ihr zu diesem Zeitpunkt noch nie in Berührung gekommen war, hatte ich bestimmte Bilder im Kopf. Krematorien waren für mich Orte der Finsternis, dort arbeiteten ausschließlich zwielichtige Gestalten. Ich musste dann feststellen, dass alles ganz anders ist: Die Architektur von Krematorien hat sich in den letzten 20 Jahren grundsätzlich verändert, es handelt sich um moderne Gebäude, zumeist mit viel Glas, das für Transparenz steht. Die Einäscherungsöfen sind auch nicht mehr in einem Kellergewölbe versteckt, sondern befinden sich ebenerdig.
Auch musste ich feststellen, dass meine neuen Mitarbeiter einen sehr reflektierten Blick auf ihre Tätigkeit hatten. Mir wurde klar, dass ihre Arbeit der letzte Dienst ist, dem man einem verstorbenen Menschen erbringen kann. Als mir das bewusst wurde, begann ich, meine neue Aufgabe anzunehmen, sie lieben zu lernen. Vor allem aus diesem Grunde habe ich auch 2010 an der Gründung der FUNUS Stiftung mitgewirkt, deren Vorsitzender ich heute bin. Ich musste feststellen, dass der Tod in unserer Gesellschaft weitestgehend verdrängt wird. Das wirkt sich auf die Art und Weise aus, wie unsere Gesellschaft mit ihren Toten umgeht, nämlich eher sachlich, beinahe so, als ob man einen alten Gegenstand entsorgt. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass das Bedürfnis, sich emotional von unseren Angehörigen und Freunden zu verabschieden, der Trauer Zeit und Raum zu geben, tief in unserer DNA verwurzelt ist. Die FUNUS Stiftung arbeitet dafür, den Tod wieder mehr in unsere Gesellschaft zu holen, damit wir uns von unseren Toten wieder in angemessener Weise verabschieden können.

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INTERVIEW MIT CHRISTIAN VON ASTER

Meine Zeit auf dieser Welt verbringe ich gegenwärtig vor allem als freier Autor, Geschichtenerzähler, Satiriker, Konzeptkünstler und Badewannentourist. Meine diesbezügliche Philosophie ist ein Konstrukt aus Erfahrungen, Hoffnungen, Wünschen und Notwendigkeiten, das in steter Bewegung und schwer in einen Satz zu fassen ist. Aber zentral hat es wohl mit den richtigen Menschen, der besten Version meiner Selbst und damit zu tun, am Ende lächeln zu können.

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INTERVIEW MIT MICHAEL LINDNER

Ich versuche mich mit meinen Fähigkeiten und Möglichkeiten für soziale Projekte einzubringen, um ihnen in der Öffentlichkeit eine Stimme zu geben. Das mache ich hauptamtlich als Pressesprecher für das Berufsförderungswerk Leipzig sowie ehrenamtlich für verschiedene gemeinnützige Organisationen wie den Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. (VEID), das Clown Museum Leipzig … und alles getragen von und mit der Familie.

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INTERVIEW MIT PIA ELFERT

Mein Beitrag besteht in der Vermittlung von zwei Formaten.
- Die Ausstellung „Erbschaftsangelegenheiten“, konzipiert von Silvia Häfele, zeigt an 64 Objekten, die von Menschen aus ganz Deutschland gestaltet wurden, wie sie das eigene Leben und Sterben im Zusammenhang mit den Menschen deuten, die zu ihrem Leben, ihrer Biographie gehören. (Was habe ich mit auf den Weg bekommen? Was gebe ich weiter? Was lasse ich zurück? Was will ich nicht (geerbt) haben? …)
- Im Ägyptischen Museum „Georg Steindorff“ wird es ein Kinderprogramm und Themenführungen für Erwachsene zum Themenkreis „Tod im Alten Ägypten“ geben.

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